Bettagsanlass Pro Bözberg 2019

Festliches 40-Jahr-Jubiläum der Stiftung „Musica Española Schweiz“ zum Bettagsanlass Pro Bözberg 2019

Ein musikalisches Feuerwerk

Stiftungsgründerin Maria Luisa Cantos und Amri Alhambra brillierten in der Kirche Bözberg mit einem Konzert auf höchstem Niveau.

„Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann“, hat der französische Autor Victor Hugo einmal gesagt. Dass diese Feststellung den Nagel auf den Kopf trifft, wird einem bewusst, wenn man versucht, kompositorische Werke kommentierend in Worte zu fassen. Musik ist ein „Medium“, das auf Elementen wie Tonalität, Rhythmik, Dynamik, Gefühlen, aber auch auf dem Können der darbietenden Person(en) basiert. Man muss diese flüchtige Kunst unmittelbar erleben, sich ganz in sie hineinversetzen und innerlich mit ihr mitschwingen. Dazu kann auch das Einfühlen in das Wesen und die Lebensumstände des Komponisten gehören. Solche Gedanken gingen einem am Jubiläumsanlass auf dem Bözberg durch den Kopf.

Die auf dem Bözberg lebende Pianistin und Musikpädagogin Maria Luisa Cantos und Duopartner Amri Alhambra, Zürich, boten nach 2015 und 2017 bereits das dritte Konzert, das auf Einladung des Vereins Pro Bözberg stattfand. Und die Begeisterung des Publikums trug den beiden Interpreten einmal mehr höchste Anerkennung und entsprechend kräftigen Applaus ein. Zum Auftakt erklang die berühmte, an zwei Flügeln vorgetragene Sonate C-Dur KV 521 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791). Nach diesem melodiös-virtuosen, 1787 entstandenen Werk war Maria Luisa Cantos solo zu hören. Vorab stand ein Sprung von mehr als zwei Jahrhunderten zu einer zeitgenössischen Tonschöpfung von Jean-François Zbinden auf dem Programm. Der 1917 geborene und auch heute im hohen Alter noch aktive Waadtländer Komponist und Musiker hat seine 2012 veröffentlichten „Blüthner-Variationen Opus 111“, nach der berühmten Grenchener Pianobaufirma benannt. Auf die acht abwechslungsreichen, zum Teil eruptiven Stücke, die auf der Jubiläums-CD von Maria Luisa Cantos enthalten sind, folgte nach der Pause mit den ebenfalls eingespielten Werken „Arabesque I“ von Claude Debussy (1862 bis 1918) und „Suite Brève en ut op. I“ von 1942 aus Zbindens reichhaltigem Oeuvre wieder etwas ruhigere Fahrwasser.

Dann aber brach wieder das Temperament durch, und nochmals bekam das Publikum, wie schon in den vorhergehenden Vorträgen, Musik zu hören, in der spanische Elemente eine wesentliche Rolle spielen. In Anwesenheit des eigens angereisten, in seiner Heimat und in den USA wirkenden Komponisten Salvador Brotons (* 1959) interpretierten Maria Luisa Cantos und Amri Alhambra in einer Uraufführung dessen neu für zwei Klaviere eingerichtete Bearbeitung der „Rapsodia Catalana“. Mit der Zugabe eines spanischen Tanzes von Moritz Moszkowsi (1854 bis 1925) kam das von Musikpublizistin Sibylle Ehrismann moderierte Konzert zu seinem melodiösen Abschluss.

Im Publikum befanden sich auch Konsul Faustino Diaz Fortuny, Direktor des Spanischen Fremdenverkehrsamtes in Zürich, Salvador Brotons Gattin Melissa sowie Carlos Borrell, Ehemann von Maria Luisa Cantos und Vizepräsident von Musica Espanola Schweiz. Vor dem bei prächtigem Wetter im Freien wartenden Apéro ehrte der zusammen mit dem Pro-Bözberg-Vorstand anwesende Präsident Otto H. Suhner die beiden Musiker für ihren beeindruckenden Einsatz.

 

Bericht: Max Weyermann, Brugg, den 16.9.2019  

 

Pianist Amri Alhambra, Melissa Brotons, Carlos Borrel, Pianistin Maria Luisa Cantos, Komponist Salvador Brotons, Faustino Diaz Fortuny (von links)

 

Die Pianistin Maria Luisa Cantos und Faustino Diaz Fortuny  mit dem Vorstand von Pro Bözberg